Film Funds for Future

Mit der Einführung des Grünen Drehpasses hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) 2012 die umweltfreundliche Produktion in Deutschland eingeführt. Diese Strategie wird konsequent weiter ausgebaut. Die Einhaltung der Kriterien des Grünen Drehpasses wird Pflicht. Das Ziel ist, den gesamten Workflow eines geförderten Projektes im Sinne der Ökologie und Nachhaltigkeit zu gestalten, wie Förder-Chef Helge Albers erläutert.

 

Wird umweltfreundliche Produktion für die FFHSH ein Förderkriterium bei der Projektauswahl?
Als wir 2012 mit dem Grünen Drehpass gestartet sind, ging es uns vor allem darum, die Filmbranche für nachhaltige Dreharbeiten zu sensibilisieren. Mittlerweile ist das Thema in den Köpfen der meisten Filmschaffenden angekommen. Darum gehen wir nun einen Schritt weiter: Ab April 2020 erwarten wir, dass sich die Antragsteller majoritär deutsch produzierter Filme mit Drehort in Deutschland zur Einhaltung der Kriterien des Grünen Drehpasses verpflichten. Wir finden: Die Zeit ist reif dafür.

 

Welche Anforderungen werden konkret an Produzenten gestellt?
Die Anforderungen orientieren sich an dem bisherigen Grünen Drehpass. Gerade die Bereiche Catering, Mobilität oder Licht und Technik bieten hier viele einfache Einsparmöglichkeiten. Natürlich unterstützen wir die Produktionsteams bei diesem Prozess, zum Beispiel mit einer umfassenden und kostenlosen Beratung. Unser Ziel ist es, den gesamten Workflow eines geförderten Projektes im Sinne der Ökologie und Nachhaltigkeit zu gestalten. Weiterhin werden wir in Kürze auch im Bereich der Verleihförderung die Einhaltung ökologischer Mindeststandards einfordern und diese zur Antragsvoraussetzung machen.

 

Wie wirkt sich das auf die Finanzierung von Produktionen aus?
Die möglichen Mehrkosten, die durch nachhaltiges Drehen entstehen können, sind längst förderfähig. Daran ändert sich nichts.

 

In welcher Form müssen Nachweise erbracht werden und wie werden diese überprüft?
Wir nehmen mit Freude die zahlreichen Bemühungen vieler Akteure um nachhaltiges Arbeiten wahr – dazu zählen Verbände, Förderungen und viele Filmschaffende. Insofern vertrauen wir grundsätzlich darauf, dass ein Großteil der Branche das gemeinsame Ziel verfolgt, die Abläufe effektiv und zukunftsorientiert zu verbessern. Nachweise wie Rechnungen, Bestandslisten, Verträge und Tagesdispositionen unterstützen zusätzlich die Zusammenarbeit. Die Nutzung eines CO2-Rechners hilft zum Beispiel konkret bei der Überprüfung der Maßnahmen.

 

Wie gestaltet sich die Einführung der grünen Filmproduktion auf bundesweiter Ebene?
Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist in den letzten beiden Jahren massiv gestiegen. Sowohl auf Bundesebene als auch europaweit ist durch verschiedene Initiativen wie „Fridays for Future“ eine neue Form der Wahrnehmung für ökologische Themen zu beobachten. Diese Bewegung wollen wir nutzen. Wir arbeiten daran, den Grünen Drehpass auch auf nationaler Ebene zu verankern. Denn eins ist klar: Den grünen Filmproduktionen gehört die Zukunft.

 

Foto: © Jasper Ehrich/FFHSH, Kivik Kuvik/Junafilm

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