Nachhaltig am Set: Die Verlegerin

Beim Dreh des amerikanischen Polit-Dramas Die Verlegerin tranken die Oscar-gekrönten Schauspieler Tom Hanks und Meryl Streep sowie der Regisseur Steven Spielberg aus wiederverwendbaren BPA-freien Wasserflaschen. Die Menge an Wasserflaschen, die Team und Schauspieler während der 45-tägigen Filmaufnahmen in New York City normalerweise verbraucht hätten, wäre aneinandergereiht dreißigmal so hoch gewesen wie das Empire State Building. Die 20th Century Fox hat deshalb Maßnahmen ergriffen, um den ökologischen Fußabdruck der Produktion gering zu halten. Mit Recycling, Kompostierung, Spenden von Essen und Materialien sowie der Einführung eines fleischlosen Montags wurden 32,5 Tonnen CO2 eingespart – und einer Kuh das Leben gerettet.

 

 

„Die Reduzierung des Fleischkonsums ist eine einfache Maßnahme, die sich positiv auf die Umwelt auswirkt”, betont Emellie O’Brien, Gründerin und Chefin der New Yorker Firma Earth Angel, welche bereits die Nachhaltigkeitskonzepte für Kinofilme wie The Amazing Spider-Man 2, Noah und Queen of Katwe entwickelt hat. „Wenn wir die Anzahl der Mahlzeiten zusammenzählen, die während einer einzigen Filmproduktion eingespart werden, ist das eine beeindruckende Zahl, die umso stärker wirkt, wenn sie anhand des Lebens eines Tieres veranschaulicht wird.

 

Seitdem das Mayor’s Office of Media and Entertainment in New York 2017 mit der Initiative NYC Film Green das erste Nachhaltigkeitsprogramm für die Film- und Fernsehbranche in den USA aufgelegt hat, werden im Big Apple eine wachsende Anzahl von Kinofilmen und Fernsehshows grün produziert. „20th Century Fox und Amblin Entertainment haben sich dafür ausgesprochen, Die Verlegerin umweltfreundlich zu produzieren“, berichtet die Nachhaltigkeitsexpertin, die mit zahlreichen Crew-Mitgliedern bereits bei anderen Produktionen in New York zusammengearbeitet hat. „Da sie bereits mit unserem Ansatz vertraut waren, haben sie sich gefreut, dies gemeinsam mit uns fortzusetzen.“

 

Mit einem Newsletter und einem Preis für das „Grüne Crew-Mitglied der Woche“ wurde die Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt und das Team zum Mitmachen motiviert. „Sobald Preise im Spiel sind, wird der Kampfgeist geweckt“, versichert Emellie O’Brien. Kleine Anreize inspirierten die Crew-Mitglieder zur Entwicklung umweltfreundlicher Lösungen. So setzte der Szenenbildner beim Setbau teilweise auf andere Materialien, um Holz zu sparen. Beim Abbau der Sets wurde das Holz zur Wiederverwertung in einem Container gesammelt.

 

Um die Nachrichtenredaktion der Washington Post von 1971 zu rekreieren, mussten zahlreiche Requisiten wie alte Schreibmaschinen und Schnurtelefone besorgt und nach der Produktion wieder in den Fundus zurückgebracht werden. „Es ist sehr schwierig, sämtliche Transportwege aller Requisiten zu erfassen, denn es sind sehr viele“, sagt Emellie O’Brien. “Wir analysieren stets die Herkunft und Lieferkette der Produkte und ermutigen die Crew-Mitglieder, den ökologischen Fußabdruck in sämtlichen Gewerken zu senken.“

 

20th Century Fox setzt bereits seit Jahren auf eine umweltfreundliche Herstellung von Film- und Fernsehproduktionen. Es hat als erstes Hollywoodstudio damit begonnen, Holz wiederzuverwerten und führt neue Technologien ein, mit denen sich Filme umweltverträglicher produzieren lassen.

 

Fotos: © Niko Tavernise, Hans Glick, Universal Pictures International

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