Klimaschutz hinter der Kamera

Während auf der UN-Klimakonferenz COP22 in Marrakesch Experten aus knapp 200 Ländern über die Umsetzung des Pariser Weltklimavertrags verhandeln, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, haben sich Vertreter der europäischen Film- und Fernsehbranche beim ersten Sustainability Production Workshop am 7. und 8. November in Hamburg über gemeinsame Strategien ausgetauscht, um den Emissionsausstoß im Medienbereich zu senken.

 

 

Auf Einladung von Green Film Shooting, dem Nachhaltigkeitsmanager der BBC, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein sowie dem BAFTA albert-Konsortium diskutierten Branchenvertreter aus sechs europäischen Ländern über einen gemeinsamen Aktionsplan, um die Ressourcen nachhaltiger einzusetzen und den ökologischen Fußabdruck der Film- und Fernsehindustrie zu verringern. Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter von Sendern wie dem WDR und TF1, den Bavaria Filmstudios, der Letterbox Filmproduktion sowie von Filmförderungen aus Trentino, Kopenhagen, der MFG Baden-Württemberg sowie Eurimages, der Filmförderung des Europarats.

 

 

Im Vergleich zu anderen Industrien wie der Energiewirtschaft oder Automobilbranche ist die Umweltbelastung durch Film- und Fernsehproduktionen zwar gering, aber dennoch ein nicht zu unterschätzender Faktor. Nach den Berechnungen des britischen BAFTA albert consortiums werden durch eine größere Spielfilmproduktion im Schnitt 1.000 t CO2 generiert. Bei einem Sender wie der BBC schlägt sich die Umweltbelastung in der Bilanz mit rund jährlich 200.000 t CO2 nieder, wovon sich rund ein Viertel durch einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen einsparen lässt.

 

p1010451In Frankreich wird der grüne Aktionsplan von Ecoprod, einem Zusammenschluss aus Fernsehveranstaltern, Filmförderungen und Umweltorganisationen, mit konkreten Hilfsmitteln und Konzepten unterstützt: Film- und Fernsehteams, die in Paris vor dem Eiffelturm oder Louvre drehen, müssen dort keine umweltschädlichen Dieselgeneratoren mehr einsetzen. Die lokalen Stadtwerke haben an den 500 beliebtesten Hots Spots in der Seine-Metrole Stromanschlüsse für die Produzenten installiert. In Deutschland werden umweltfreundliche Film- und Fernsehproduktionen seit 2011 mit dem Label Grüner Drehpass der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt. Zu den Zielsetzungen der europäischen Arbeitsgruppe gehört es, nun einen gemeinsamen Standard zu entwickeln.

 

 

Teilnehmer beim Sustainability Production Workshop in Hamburg

Pierre Gernet (Eurimages), Richard Smith (Sustainability Manager der BBC), Birgit Heidsiek (Green Film Shooting), Aaron Matthews (BAFTA albert consortium), Maaike Salverda (NTR), Jochen Korth (WDR), Diane Driessen (NPO), Maria Würth (MFG), Marcus Kreuz (Letterbox), Jeremy Mathieu (BAFTA albert consortium), Luca Ferrario (Trentinio Film Fund), Ina Hößler (Bavaria Film); vordere Reihe: Christiane Dopp (FFHSH), Phil Skolle (La Rochelle Sup De Co Business School), Catherine Puiseux (TF1)

 

Foto: © Green Film Shooting

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