Grüne Erfolgsgeschichten

Perfekte Planung, kurze Wege zum Set und smartes Management von Ressourcen gehören zum Erfolgsgeheimnis von grünen Produktionen.  Und diese Effekte sind messbar in Form von Einsparungen von Zeit, Geld oder auch der Vermeidung von Müll. Zu den jüngsten Hollywoodwoodfilmen, die nachhaltig produziert worden sind, gehört Die Verlegerin, den Steven Spielberg mit  Meryl Streep und Tom Hanks in den Hauptrollen realisiert hat. In Deutschland hat das fesselnde Poltdrama bereits über eine Million Besucher ins Kino gelockt.

 

Bei der Panel-Diskussion Sustainability on Set, die Green Film Shooting mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) und der MFG Baden-Württemberg auf der Berlinale veranstaltet hat, gab die New Yorker Earth Angel-Chefin Emellie O’Brien einen Einblick in ihre Arbeit als Eco Supervisor. In ihrer Keynote erklärte sie, wie sie Nachhaltigkeitskonzepte für Film- und Fernsehproduktionen in den USA erstellt.

Bei der ersten Diskussionsrunde Don’t waste the waste ging es um das Abfallmanagment von Filmproduktionen. In Großbritannien bietet beispiels weise die Firma Scenery Salvage den Service an, den am Set produzierten Müll gegen eine entsprechende Gebühr abzutransportieren, nach Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff zu trennen und zur Wiederverwertung aufzubereiten, wie Adrian Wootton, Geschäftsführer von Film London, berichtet. In Frankreich hat das Kollektiv Ecoprod Vereinbarungen mit Organisationen wie Scelec-Batribox geschlossen, die einen kostenlosen Abhol-Service für Altbatterien anbieten, wie die Ecoprod-Beraterin Joanna Gallardo ausführt. Auch in Belgien gibt es bereits große Recycling-Projekte. In der Filmbranche ist in diese Hinsicht allerdings erst wenig Bewusstsein vorhanden, betont  
Tim Wagendorp, Nachhaltigkeits-Beauftragter beim Flanders Audiovisual Fund.

Gerade in Deutschland ins Kino gekommen ist in Deutschland das Drama 3 Tage in Quiberon von Emely Atef, das als Weltpremiere auf der Berlinale lief. Produzent Karsten Stöter gab Aufschluss über die nachhaltigen Maßnahmen am Set, die der Produktion den Grünen Drehpass der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eingebracht hat. Umweltfreundlich produziert worden ist in Deutschland auch die Sky-Serie Acht Tage, bei der Grit Belitz die grüne Umsetzung betreut hat.

Grüne Richtlinien gibt Nevina Satta, Chefin der Sardegna Film Commission,  für Produktionen aus, die in Sardinien entstehen. Die Produzentin Marta Donzelli ist dadurch inspiriert worden, den Kinofilm Figlia Mia von Laura Bispuri so nachhaltig wie möglich zu drehen. Eine große Rolle spielten dabei Maßnahmen in den Bereichen Unterbringung, Transport und Catering. Die beiden Hauptdarstellerinnen Alba Rohrwacher und Valeria Golino, die ebenfalls zur Weltpremiere auf der Berlinale kamen, spielten bei der grünen Produktion begeistert mit.

Filmfördersysteme können Produzenten Anreize geben, grün zu drehen. In Deutschland sind Produktionen allerdings oft gezwungen, ihre Dreharbeiten in unterschiedlichen  Regionen zu realisieren, weil sie dort im Gegenzug für die Förderung entsprechende Wirtschaftseffekte erbringen müssen. Karsten Stöter erläuterte, was das in der Praxis für eine Produktion bedeuten kann.

Foto: © Rolf Saupe/ Landesvertretung Hamburg

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