Sustainability in Motion auf Video

Bei der Paneldiskussion Sustainability in Motion, die im Rahmen der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin stattfand, gaben Film- und Nachaltigkeitsexperten aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Spanien und New York einen Einblick in ihre Initiativen und Projekte. Die Teilnehmer bei diesem Event, das mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der MFG Baden-Württemberg stattfand, erläuterten ihre Ansätze, wie Spielfilme, Fernsehfilmproduktionen und Werbespots nachhaltiger produziert werden können.

 

"Das Schwierigste ist ein Bewusstsein für grüne Produktion zu entwickeln", sagt der französische Produzent Charles Gachet-Dieuzeide, der zusammen mit dem Location Manager Mathieu Delahousse in Paris die grüne Beratungsfirma Secoya gegründet hat. Das junge Unternehmen unterstützt die Produktionen dabei, ökologische Anforderungen auf ökonomische Weise umzusetzen. In Deutschland ist der Produzent Fabian Lindner als Green Shooting Consultant für den SWR tätig. Mit seiner Firma Langmatt Filmproduktion setzt er auch bei dem Spielfilm Franky Five Star, der in Ko-Produktion mit Finnland entsteht, auf eine nachhaltige Produktionsweise.

 

 

Aus Finnland kommt ebenfalls die Nachhaltigkeitsbeauftragte Kaisa Astikainen, die den ersten grünen Spielfilm in Finnland betreut,  den die in Helsinki ansässige Produktionsfirma Bufo realisiert.  Die New Yorker Filmemacherin Rocio Gimenez ist auch als Bühnenbildnerin tätig. Das Berlinale Talent weiß aus Erfahrung, dass die Teams von Low-Budget-Produktionen oftmals andere Sorgen haben, als grün zu drehen, da sie unter massivem Zeitdruck arbeiten.

 

Eine Lösung für diese Problematik hat die New Yorker Nachhaltigkeitsexpertin Emellie O’Brien mit ihrer Firma Earth Angel entwickelt, die bereits große Hollywood-Produktionen beraten hat wie Die Verlegerin, The Amazing Spider-Man 2, Noah und Queen of Katwe sowie auch die Amazon Prime-Serie The Marvellous Mrs. Maisel. Mit dem neuen Service Good Riddance will sie verwendetes Dekomaterial von Produktionen sammeln und dies gemeinnützigen Einrichtungen und Kreativen aus der Künstlerszene zur Verfügung stellen.

 

 

Währenddessen gehen einige französische Filmstudios dazu über, Produktionen mit Materialien aus dem eigenem Fundus zu versorgen. In Deutschland entwickeln engagierte Produktionsfirmen wie die Weydemann Bros kreative Lösungen, damit ihre Ressourcen nach Drehschluss wiederverwendet werden, wie der Produzent Jonas Weydemann erläutert. Ihr Berlinale-Wettbewerbsbeitrag Systemsprenger ist mit dem Grünen Drehpass der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden.

 

In Frankreich belohnt die Île-de-France Film Commission nachhaltige Produktionen mit einem grünen Bonus, wie Joanna Gallardo, Koordinatorin des Ecoprod-Kollektivs, erklärt. Ein großes prestigeprächtiges Projekt mit einem großen CO2-Fußabdruck war der Dreh von George Clooneys Catch-22-Serie in Sardinien. Nevina Satta, Chefin der Sardegna Film Commission, spricht sehr offen über die Herausforderungen und Chancen, die mit dieser Paramount-Produktion in ihrer Region verbunden waren. Die Notwendigkeit, auf einer Insel nachhaltig zu produzieren, besteht auch in Spanien. Concha Díaz Ferrer von der Teneriffa Film Commission berichtet über die erfolgreiche Einführung der grünen Produktionsrichtlinien, welche die Produzenten auf Teneriffa bereitwillig adaptieren.

 

Foto: © FFHSH / Video: © Green Film Shooting

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